Rückblick auf den ersten Workshop 2026
Die dreißig Interessierten aus Grefrath, Kempen, Krefeld und Willich, die am Freitagnachmittag in die Mensa der Sekundarschule an der Dorenburg gekommen waren, wollten es wissen:
Wie ist der Stand der Energiewende in Grefrath und den Nachbargemeinden? Was sind die nächsten Schritte, die Eigentümer oder Vermieter mit PV-Anlage tun können? Wie ist die aktuelle Gesetzeslage dazu? Welche Handlungsmöglichkeiten haben Stromendverbraucher?
Diese Fragen diskutierte Grefrath kann Klima mit Vertretern der Gemeindewerke Grefrath und deren Dienstleistungsfirma morgenEnergie GmbH aus Nettetal https://www.morgen-energie.de, der gerade gegründeten Genossenschaft Bürgerenergie Kempen https://www.buergerenergie-kempen.de sowie der bundesweit agierenden Plattform WeShareEnergy https://www.weshareenergy.de.
Die Fragen nach dem Status quo und den Perspektiven für Grefrath beantwortete Siegfried Ferling von morgenEnergie: Es existieren bereits PV-Anlagen auf zahlreichen öffentlichen Gebäuden; Nahwärmeversorgung und Biogasverstromung versorgen einzelne Ortsteile.
In Arbeit ist die Möglichkeit, privat erzeugten Strom auf mehrere oder angrenzende Wohnungen zu verteilen (Mieterstrom) sowie das sogenannte „Energy Sharing“ (siehe unten). Für die technische Umsetzung brauchen die Gemeindewerke aber noch Zeit. Zudem haben kommunale Energieversorger hohe Auflagen zu erfüllen – von der Preisgestaltung bis zum Datenschutz. In einem halben Jahr soll es dazu erste Ergebnisse geben.
Handlungsmöglichkeiten für engagierte Bürgerinnen und Bürger zeigten im Anschluss Thomas Pegels und Carsten Seel von der „Bürgerenergie Kempen“ auf. Sie schilderten beispielhaft den Gründungsprozess ihrer Genossenschaft. Deren Mitglieder sind aus unterschiedlichen Gründen motiviert, die sich gegenseitig nicht ausschließen: Dem Wunsch, Klimaschutz zu fördern, eine lohnende Investition zu tätigen oder den Ort langfristig energetisch eigenständiger zu machen. Wichtig für die Zuhörer*innen: Es werden weiterhin Mitglieder gesucht, gerne auch aus den Nachbargemeinden. Auch Flächen auf Gebäuden, die sich für die Installation von Photovoltaikanlagen eignen, können angeboten werden.
Noch relativ neu und wenig bekannt ist das Konzept von Energiegemeinschaften, (Stromcommunities), die Erzeuger und Verbraucher erneuerbarer Energien zusammenführen, um Strom lokal zu teilen und damit zu handeln. Marius Lormann erklärte zwei Möglichkeiten der Beteiligung: Entweder man schließt sich als Privatperson oder Unternehmen der bereits operierenden großen Stromcommunity an oder man gründet mit anderen eine lokale/regionale Stromcommunity. Lormann empfahl, zunächst als Mitglied der großen Community erste Erfahrungen zu sammeln, um dann mit Gleichgesinnten und Nachbarn eine eigene Community zu gründen. Manfred Döhmen aus Grefrath konnte aus erster Hand berichten und stellte heraus, dass für Anbieter und Abnehmer lokalen Stroms eine Win-Win-Situation entstehen kann.
Die lebhafte Diskussion, die in der Schlussrunde zwischen den Experten und dem Publikum geführt wurde, hätte man gut noch fortführen können. Um den Start ins Wochenende nicht noch länger hinauszuzögern, holte Moderatorin Ruth Lobach noch Meldungen für eine mögliche Arbeitsgruppe ein, die die Grefrather Suche nach Wegen weiterführt.