„Äpfel und Blumen“ – doppelter Auftritt von Grefrath kann Klima beim Erntedankfest

Was vormittags in strömendem Regen unterzugehen schien, fand am Nachmittag eine sonnige Fortsetzung – das Erntedankfest im Grefrather Freilichtmuseum.

Zwei Arbeitsgruppen von Grefrath kann Klima unterstützten in diesem Jahr das Angebot für die zahlreichen Besucher*innen aus Grefrath und Umgebung, die Gruppe „Biodiversität“ und die Gruppe „Landwirtschaft und Ernährung“.Letztere hatte ihren Stand zum Thema „Apfelspaß für Groß und Klein“ in Kooperation mit dem „Ernährungsrat des Kreises Viersen e.V.“ geplant und mit vielen knackfrischen und leuchtend roten Äpfeln zu einer attraktiven Spiel- und Schmeckstation ausgestattet. Kinder wie Erwachsene probierten die angebotenen Apfelschnitze, die Apfelplätzchen, den Kuchen und getrocknete Apfelringe. Die Großen durften dann noch ihre Kenntnisse zu Apfelsorten testen beziehungsweise anhand von Geschmack und Aussehen raten, um welche es sich handelte. Die Rezepte für Kekse, Kuchen und vor allem den Apfelsenf wurden überraschend viel nachgefragt. Fazit: Der Stand war ein voller Erfolg – jede Menge Kommunikation über regionale Erzeugnisse, gesunde Ernährung und das Engagement der Initiativen.

Am Stand der Gruppe Biodiversität gab es neben wertvollen Informationen zu Artenvielfalt und naturnaher Gartengestaltung viele Töpfchen mit einheimischen Jungpflanzen zum Mitnehmen. Ein beispielhaft bepflanzter Balkonkasten weckte neugierige Reaktionen und führte zu lebhaften Gesprächen. Besonders kontrovers diskutierte wurde der Schmetterlingsflieder, der in vielen privaten Gärten steht. Den meisten Gartenliebhabern war nicht klar, dass dieser Strauch eine invasive Art ist, die in der freien Natur einheimische Arten verdrängt.

Der Austausch an beiden Ständen zeigte, wie groß das Interesse an nachhaltigen Themen und Handlungsmöglichkeiten ist. Das heißt für uns: Nächstes Jahr sind wir gerne wieder dabei!

Wohltuender Austausch nach dem Hitzesommer

An Themen mangelte es nicht beim Herbst-Stammtisch am 15. September: der heiße Sommer, die Auswirkungen auf  Garten und Landwirtschaft, das ständige Bemühen um einen nachhaltigen Lebensstil.

Es war überraschend zu erfahren, wie viele kleine Änderungen im Alltag von uns allen schon praktiziert werden. Jeder trägt so auf seine Weise zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei: vom Sparen und Tauschen bis zum Spaß an Second-Hand-Mode.

Ein Top-Thema bei den Freunden und Mitgliedern von „Grefrath kann Klima“ blieb aber die Energieerzeugung am eigenen Haus, die E-Mobilität und die Versorgung mit grünem Strom. Jeder hat so seine Erfahrungen gemacht, da gab es regelrechte Schildbürger-Geschichten zu erzählen.

Denn beim Stammtisch geht es immer auch darum, einfach mal wieder zusammen zu sitzen und zu plauden. Fazit auch dieses Mal: Schön war’s!

Bauernmarkt im Niederrheinischen Freilichtmuseum

Am 20. September 2026 findet das Erntedankfest mit großem Bauernmarkt im Freilichtmuseum in Grefrath statt. Die Gruppe ‚Biodiversität‘ ist mit einem Stand vertreten. Wir informieren über Biodiversität und Artenvielfalt im eigenen Garten oder Balkon und über heimische Gartenstauden und haben viele Pflanzen im Gepäck, die wir gegen eine Spende abgeben. Wir freuen uns über Ihren Besuch.

Viele Wege führen zur Energiewende – auch in Grefrath

Rückblick auf den ersten Workshop 2026

Blick auf Publikum und Vortrag
Impressionen vom Vortrag

Die dreißig Interessierten aus Grefrath, Kempen, Krefeld und Willich, die am Freitagnachmittag in die Mensa der Sekundarschule an der Dorenburg gekommen waren, wollten es wissen:

Wie ist der Stand der Energiewende in Grefrath und den Nachbargemeinden? Was sind die nächsten Schritte, die Eigentümer oder Vermieter mit PV-Anlage tun können? Wie ist die aktuelle Gesetzeslage dazu? Welche Handlungsmöglichkeiten haben Stromendverbraucher?

Diese Fragen diskutierte Grefrath kann Klima mit Vertretern der Gemeindewerke Grefrath und deren Dienstleistungsfirma morgenEnergie GmbH aus Nettetal https://www.morgen-energie.de, der gerade gegründeten Genossenschaft Bürgerenergie Kempen https://www.buergerenergie-kempen.de sowie der bundesweit agierenden Plattform WeShareEnergy https://www.weshareenergy.de.

Die Fragen nach dem Status quo und den Perspektiven für Grefrath beantwortete Siegfried Ferling von morgenEnergie: Es existieren bereits PV-Anlagen auf zahlreichen öffentlichen Gebäuden; Nahwärmeversorgung und Biogasverstromung versorgen einzelne Ortsteile.

In Arbeit ist die Möglichkeit, privat erzeugten Strom auf mehrere oder angrenzende Wohnungen zu verteilen (Mieterstrom) sowie das sogenannte „Energy Sharing“ (siehe unten). Für die technische Umsetzung brauchen die Gemeindewerke aber noch Zeit. Zudem haben kommunale Energieversorger hohe Auflagen zu erfüllen – von der Preisgestaltung bis zum Datenschutz. In einem halben Jahr soll es dazu erste Ergebnisse geben.

Handlungsmöglichkeiten für engagierte Bürgerinnen und Bürger zeigten im Anschluss   Thomas Pegels und Carsten Seel von der „Bürgerenergie Kempen“ auf. Sie schilderten beispielhaft den Gründungsprozess ihrer Genossenschaft. Deren Mitglieder sind aus unterschiedlichen Gründen motiviert, die sich gegenseitig nicht ausschließen: Dem Wunsch, Klimaschutz zu fördern, eine lohnende Investition zu tätigen oder den Ort langfristig energetisch eigenständiger zu machen. Wichtig für die Zuhörer*innen: Es werden weiterhin Mitglieder gesucht, gerne auch aus den Nachbargemeinden. Auch Flächen auf Gebäuden, die sich für die Installation von Photovoltaikanlagen eignen, können angeboten werden.

Noch relativ neu und wenig bekannt ist das Konzept von Energiegemeinschaften, (Stromcommunities), die Erzeuger und Verbraucher erneuerbarer Energien zusammenführen, um Strom lokal zu teilen und damit zu handeln. Marius Lormann erklärte zwei Möglichkeiten der Beteiligung:  Entweder man schließt sich als Privatperson oder Unternehmen der bereits operierenden großen Stromcommunity an oder man gründet mit anderen eine lokale/regionale Stromcommunity.  Lormann empfahl, zunächst als Mitglied der großen Community erste Erfahrungen zu sammeln, um dann mit Gleichgesinnten und Nachbarn eine eigene Community zu gründen. Manfred Döhmen aus Grefrath konnte aus erster Hand berichten und stellte heraus, dass für Anbieter und Abnehmer lokalen Stroms eine Win-Win-Situation entstehen kann.

Die lebhafte Diskussion, die in der Schlussrunde zwischen den Experten und dem Publikum geführt wurde, hätte man gut noch fortführen können. Um den Start ins Wochenende nicht noch länger hinauszuzögern, holte Moderatorin Ruth Lobach noch Meldungen für eine mögliche Arbeitsgruppe ein, die die Grefrather Suche nach Wegen weiterführt.

Ideenschmiede beim 1. Stammtisch 2026

Wieder in Kontakt kommen und über alles Mögliche reden, damit starteten wir am 26. März in die Runde im Alt-Grefrath.

Dann gab es aber großes Interesse,  sich über „Bürgerenergie“ und  das Konzept „Energy Community“ auszutauschen und zu überlegen, ob die Energiewende in Grefrath erneut auf die Agenda gesetzt werden soll. Der Abend endete mit dem Beschluss, den Frühjahrsworkshop am 8. Mai für einen neuen Anlauf zu nutzen.

Daneben schauten wir voraus auf die anstehenden Veranstaltungen in Grefrath, etwa das Cityfest am 10. Mai, bei denen Grefrath kann Klima mitwirken kann, wenn denn auch Freiwillige bereit sind, stundenweise an einem Stand mit den Grefrathern ins Gespräch zu kommen. Wer dazu Zeit und Lust hat, kann sich unter grefrathkannklima@web.de. melden